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Sonntag, 25. März 2018

Erneute Schneesturmwarnung

Nach dem höllischen Schneesturm vor 2 Wochen meldet sich auf Mittwoch ein weiterer "Northeastern" (so nennen sie den) an. Diesmal kann ich die Panik das erste Mal verstehen, hatten doch einige über ettliche Tage keinen Strom und die Aufräumarbeiten sind noch so ganz und gar nicht abgeschlossen. 

Der Mittwoch Morgen kommt und siehe da, kein Neuschnee, die Schulen bleiben allerdings geschlossen.


Ich setze mich vor den Fernseher, zäppe durch mehrere Wettervorhersagen und beschliesse dann, Djulien wieder mal mit zur Arbeit zu nehmen.



Inzwischen ist er sich daran gewöhnt und kriegt von meiner Mitarbeiterin sogar Stofftierchen geschenkt. 

Der grosse Sturm bleibt aus. Es schneit zwar später am Nachmittag und wir kriegen weitere 10cm Schnee, der allerdings schnell weggetragen ist. 

Djulien wird hier auf frischer Tat ertappt, wie er Cara terrorisiert!


Die Schulen in New Jersey kriegen 4 Schneetage pro Jahr, 7 hatten sie bereits! Am Donnerstag kriegen wir einen neuen Schulkalender. Die Frühlingsferien sind von 5 Ferientage (2.-6. April) auf 2 geschrumpft. Sie müssen von Mittwoch bis Freitag die verlorenen Schneetage nachholen! 

Ein Vorteil hat die anhaltende Winterkälte. Ich hocke wie eine verrückte, wann immer es geht an der Nähmaschine und hab nun so einige Stöffchen aus meinem Lager abbauen können. Denn das ist mein grosses Ziel. Es sind einige Mädchenkleidchen für den Laden entstanden.






Jetzt sind wir mehr als bereit für den Frühling und hoffen darauf, dass diese Kleidchen bald gekauft und getragen werden können!



Eine schöne Woche wünschen wir Euch!




Sonntag, 11. März 2018

Schneesturm

Am Sonntag reist Cédric nach Cincinnati mit der Idee, am Mittwoch Abend zurück zu fliegen. 

Schon am Montag werden viele nervös. Genau auf diesen Mittwoch wird ein Schneesturm vorausgesagt und die Läden werden leer gekauft. Der Dienstag kommt, die Wetterfrösche sprechen von 20-40cm Schnee, ich warne Cédric schon einmal vor, dass er wahrscheinlich nicht nach Hause fliegen kann. 

Am Dienstag Abend wird die Schule für Mittwoch annulliert! Wir machen uns wieder einmal auf das Schlimmste gefasst. 

Der Mittwoch kommt, wir erwarten die weisse Pracht bereits anzutreffen. Nichts, es regnet  mit wenigen Schneeflocken. Meine Arbeitskolleginnen teilen mir mit, dass sie nicht zur Arbeit fahren und ich hab nur noch Fragen! Es regnet!? Das Büro bleibt geschlossen? Ok, auch gut, freiwillig will ich nicht die Einzige sein und beschliesse auch zu Hause zu bleiben. 

Djulien und ich verbringen den Morgen im Pyjama.



Auch zur Mittagszeit fällt praktisch nur Regen und anhand dieser Vorhersage wurden Schulen, Geschäfte und Läden geschlossen, während draussen in Wahrheit nichts passiert! 

Es ist 13:30 Uhr und Cédric schreibt mir, dass sein Flug annulliert wurde. Hm, interessant, da ist doch gar kein Schnee!!!

Es sind keine 15 Minuten später als es wirklich zu schneien beginnt. Und es schneit und schneit und schneit! 






Innert kürze liegen 20cm Schnee und während ich mit Djulien und Cara ein sehr gutes Schnee-Schaufel-Team habe, fahren unsere offiziellen Leute zum Aufräumen vor. Ich fahre den Jeep aus der Einfahrt auf die Strasse und während ich das Auto vom Schnee befreie höre ich immer wieder knirschende und knarrende Geräusche von Richtung unseres Nachbarn. 
Schnell sind die Aufräumarbeiten getan und die Crew bittet mich das Auto weit hinunter vor den Wohnwagen zu stellen, so dass sie, wenn der Schneefall stopt, einfach mit dem Truck reinfahren und nochmals aufräumen können. 

Es schneit und schneit und als ich das nächste Mal auf die Strasse schaue, staune ich nicht schlecht als ich das sehe:


Ein Baum ist über die zwei Autos unserer Nachbarn gefallen. Oh je! Von da hinten hab ich doch vorher das Knarren gehört! 

Einige unserer Freunde schreiben mir wie überall Äste und Bäume gefallen sind, Stromkasten explodieren und Strassen geschlossen werden.
Wir erhalten einen Anruf, dass wir die Häuser nicht mehr verlassen dürfen weil die Kabel gefährlich herum hängen und nach wie vor Bäume und Äste fallen. Es ist beängstigend und das erste Mal bette ich Djulien am Abend neben mich in Cédric's Bett. Was wenn der Baum hinter dem Haus auf Djulien's Schlafzimmer fällt!!!! 

Um 21:00 Uhr hört der Schneefall endlich auf, wir sind total eingeschneit! 

Winterwonderland! Es liegen über 50cm Schnee und am Donnerstag bleiben die Schulen erneut geschlossen. 



Doch ich muss zur Arbeit. Und wo sind denn jetzt unsere Schneepflüger? Zu unserer Einfahrt türmt sich eine 1.50m hohe Schneewand und bis zum Auto hinunter zum Wohnwagen sind es so einige Meter! 

Die Djulien und ich schaufeln und schaufeln und schaufeln. 



Jetzt sieht man besser, was der gefallene Baum wirklich unter sich vergraben hat.





Da alle Freunde mit Schneegestöber-Aufräumarbeiten und Stromausfall beschäftigt sind, nehm ich Djulien kurzerhand mit zur Arbeit! Auf dem Weg nach Florham Park wird uns bewusst wie fest viele vom Sturm betroffen sind. Überall liegen Äste, Kabel hängen hinunter und einige haben einen Streifen in den Ashalt gebrannt. Wir erfahren von einer Familie in Madison die einen Baum im Schlafzimmer hat und bei anderen hat sich ein fallender Ast durch das Dach ins Badezimmer gebohrt. In Chatham sind fast 2000 Familien ohne Strom. Wir hatten wieder einmal grosses Glück!



Während Djulien an unserem Kaffeetischchen herum hängt, versuchen wir nachzuholen, was am Mittwoch alles liegen geblieben ist. 

Alles wieder unter "Bürokontrolle" geht's endlich hinaus zum Schlitteln.







Inzwischen hat es auch Cédric wieder nach Hause geschafft. 

Es kommt Freitag und die Schulen sind alle bis auf eine nach wie vor ohne Strom. Die Kinder bleiben zu Hause. Wir erhalten tägliche Up-dates über die Lage. Samstag Abend sind noch 750 Haushalte ohne Strom. In Kirchen und der Bibliothek kann man sich aufwärmen und aufhalten... 

Den vielen Schnee wollen wir am Wochenende richtig gut ausnützen und wir fahren nach Camelback Mountain in Pennsilvanya. Auffallend allerdings: Hier hat es nur einen Bruchteil von dem geschneit von was wir in Chatham abbekommen haben!





Es wird ein weiterer Sturm auf Montag oder Dienstag vorausgesagt. Hoffentlich ist bis dann Chatham wieder soweit hergestellt, dass alle im Warmen sitzen. Eigentlich haben alle genug! Erst recht, weil wir von Samstag auf Sonntag bereits wieder auf Sommerzeit umgestellt haben!




Sonntag, 25. Februar 2018

Warnung

Alle paar Monate hört die Welt von einer Schiesserei an einer Amerikanischen Schule. Letzte in Florida hat wieder 17 Menschenleben gekostet und viele fragen sich, wie kann es sein, dass ein 19 jähriger Junge 10 Waffen besitzt!? 

Am Dienstag Abend erhalten wir eine E-mail vom Schulinspektor. Der Titel "sensible Schulangelegenheit"!

Der Inhalt sieht etwa so aus:
Ich schreibe, um Sie auf eine sensible Schulangelegenheit aufmerksam zu machen. Am heutigen Abend wurde ich von Chatham Polizeibeamten darüber informiert, dass sie an einer Untersuchung eines Chatham Middle School Studenten beteiligt waren. Der Student hatte angeblich eine Reihe von unangemessenen Posts in sozialen Medien gemacht, von denen einige auf eine Schulschiesserei verweisen. 

Die Polizei hat eine umfassende Untersuchung eingeleitet, arbeitet mit dem Studenten und seiner Familie zusammen und hat festgestellt, dass der Schüler keine aktive Bedrohung für die Schule darstellt. Der Schüler wird zur Zeit nicht zur Schule gehen und die Polzeit hat angeboten, morgen einen Beamten in der Schule zu stationieren, um die Sicherheit zu erhöhen. 

Wir sind alle tief betroffen von der Tragödie in Florida letzte Woche, und ich erkenne, dass alle darüber nachdenken wie wir unsere Schulen hier in Chatham noch sicherer machen können. Unser Schulbezirk und Schulamt wird weiterhin unsere Sicherheitspraktiken evaluieren, aber im Moment möchte ich der Polizei dafür danken, das sie so scnell gehandelt hat, um die Angelegenheit zu untersuchen.  

Mein erster Gedanke noch während ich alles lese ist:
Vielleicht wird es langsam Zeit unsere Zelte in diesem Land abzubrechen.

Obwohl Djulien noch nicht an die Mittelschule geht steht auch an seiner Unterstufe ein Polizeibeamter vor der Schule und unmittelbar im Schulgebäude steht ein weiterer. Wie könnte es anders sein, Djulien kriegt von dem allen wieder einmal überhaupt nichts mit.

Bei den Erwachsenen ist es jedoch ein grosses Thema. Erst recht, als Mr. Trump bei der ersten Kriesensitzung feststellt, dass es wohl an der Zeit ist, die Lehrer zu bewaffnen!!!

Spätestens dann sind wir wirklich weg hier!

Etwas kann ich Euch mit Sicherheit sagen. Es ist ein beschissenes Gefühl, sein Kind zur Schule zu schicken und man weiss, dass jemand im Dorf gedroht hat herum zu ballern. 



Am Samstag findet das letzte Basketball Spiel statt


und später bringen wir Djulien endlich mal wieder dazu, seine Haare zu stutzen! Jeepee!


Macht's gut und bis bald!




Montag, 19. Februar 2018

In Kanada ist alles anders

Vor unserer Tür steht ein verlängertes Wochenende - "President's Day"! Da die Schule dieses Jahr keine Winterferien im Kalender hat, nutzen wir diesen Feiertag für Skiferien. 

Schon am Mittwoch fahren wir los nach Kanada, unser erster Stop ist Montreal - die Altstadt mit der schönen Kirche "Notre Dame"! Was für ein Prachstück. Ich hab wohl noch nie so eine imposante Kirche gesehen. 




Unser Endziel ist jedoch noch 1 1/2 Stunden weiter nördlich - "Mont Tremblant" - ein schmuckes Skigebiet. 



Hier stehen wir endlich wieder mal auf richtigem Schnee, in einem richtig schönen Skigebiet! Und weil alle Französisch sprechen, fühlen wir uns so richtig fest im Ausland. 


Zusammen mit zwei anderen Familien haben wir in der Nähe des Skigebietes ein gemütliches Haus gemietet. 



Nach dem ersten intensiven Skitag


benötigt der grosse Teil der Truppe bereits einen Ruhetag, den alle ausser Djulien und ich in Montreal verbringen.  



Für Djulien und mich bedeutet das ein wichtiger Mutter - Sohn Tag den wir mit viel rauf und runter und rauf und runter fahren verbringen. Djulien gönnt mir auf der Talfahrt keinen einzigen Halt! 






Wir geniessen einen richtig schönen Tag zusammen und einmal vergisst Djulien sogar vom Sessellift zu steigen und fährt, leicht erschrocken, im Kreis wieder Richtung Talstation. Ups, er schaut mich nur noch ängstlich an doch alle reagieren blitzschnell. Der Lift wird abgeschaltet, die Skier werden ihm vom Aufseher abmontiert und dann springt Djulien dem Manm vom Lift auf den Rücken und schon sind wir für die nächste Talfahrt bereit. 

Zu Hause versuchen wir uns nach dem langen Tag in der Kälte, der mit -21 Grad Celsius angefangen und nicht sehr viel wärmer geendet hat, aufzuwärmen. Nach der warmen Dusche mach ich erst mal ein Feuer im Cheminee, das mir erstaunlicher Weise sehr schnell gelingt. Beim anschliessenden Holz nachladen kommt mir eine Rauchschwade entgegen und innert Minuten geht der Feueralarm los! Oh je, ein Feueralarm in einem fremden Haus.... was mach ich da nur - ausser natürlich schnell alle Fenster und Türen aufsperren? Erst denk ich noch, dass der Alarm bald abschalten wird, sobald der Rauch sich nach Draussen verzogen hat. Dem ist leider nicht so, also studiere ich die Alarmanlage, auf französisch, natürlich. 12, da steht eine 12! Ich presse also die zwei Nummern 1 und 2 und siehe da, das schreckliche Pfeiffen erstummt. So, die Ruhe wieder hergestellt, fallen wir erleichtert in die Couch und denken nicht mehr weiter darüber nach. 
Plötzlich sehe ich draussen vor dem Fenster jemanden rumhüpfen. DIE FEUERWEHR! Schnell geh ich zur Haustür und da kommen mir bereits 5 Feuerwehrmänner in Vollmontur entgegen. Auf der Hauptstrasse steht das Fahrzeug mit Blaulicht! Oh je! Die Männer wollen natürlich sofort wissen wo das Feuer ist und was vorgefallen ist, was ich denen sehr schnell erklärt habe. Trotz der Tatsache, dass ich alles unter Kontrolle habe, kontrollieren sie während einer ganzen halben Stunde das Haus, den Kamin und messen die Luft nach Kohlenstoffmonoxid. Während die Männer durch das Haus streifen klingelt das Telefon. Der Hausbesietzer hat erfahren, dass in seinem Haus ein Feuer ausgebrochen ist und er ist natürlich sehr besorgt. Schnell hab ich auch den wieder beruhigt und kurz darauf, nachdem ich den Rapport der Feuerwehr unterschrieben habe, haben wir das Haus wieder für uns! Phu! Geschafft! 

Den Rest des Wochenendes ist im Vergleich schon fast langweilig, grins! 






Unser Zürcher Honig, 


wie auch der Racletteofen, haben es auch nach Kanada geschafft. Raclette gehört doch irgendwie für uns Schweizer zum Winter!


Am Montag, am Tag der Rückreise feiern wir den 8. Geburtstag von einem der Jungen. 



Kuchen zum Frühstück! Was für ein Glück!



Tja, und dann packen wir auch schon wieder unsere sieben Sachen - stehen noch einmal zusammen


und fahren wieder zurück nach Hause! Bis bald aus dem sommerlichen Chatham!