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Sonntag, 8. April 2018

Frühlingsferien

Jeder kennt dieses Lied:


"It never rains in Southern California"

Es ist der 8. Januar 1990. Nach einem langen Flug lande ich endlich in San Diego. Meine Gastmutter steht zum Abholen im Daunenmantel bei der Gepäckrückgabe. Es regnet! Was ist den nun mit "es regnet nie im Süden von Kalifornien"? Zum Glück ist es nicht ganz so kalt, wie man das für zum Tragen einer Daunenjacke erwarten würde. Es ist der erste Tag meines jährigen Aufenthaltes in Amerika. Ab diesem 8. Januar wird es nur noch wärmer und entspannter und ein sehr unvergessliches Jahr für mich. Ich verbringe davon 6 Monate als Au-Pair in einer Gastfamilie mit einem 4 Jährigen Mädchen und einem 6 Monate alten Jungen in Carlsbad, ca. 75km nördlich von San Diego.

Nach 28 Jahren geh ich endlich wieder zurück in diese "alten" Umgebung und freu ich sehr!


Mit dem roten Flitzer machen wir für eine Woche die Umgebung unsicher!


Schaut Euch mal dieses projezierte Rösschen an, welches nachts vom Spiegel auf den Boden scheint! Irgendwie doch eine sehr spezielle Besonderheit! 



Wir fahren die Strände Ocean Beach, Mission Beach, Pacific Beach entlang und lassen uns den Wind durch die Haare streichen! 










Ich kann es kaum fassen, wie wenig sich alles verändert hat. 

Wir besuchen Sea World mit seinen Orca Walen und vielen anderen Fischchen,










den wunderschönen San Diego Zoo, der mit seiner Lage im Balboa Park etwas magisches hat. 












mit Aussicht auf Downtown.


Wir marschieren durch den grossen Balboa Park, mit den  zahlreiche Museen. 






machen einen Abstecher auf die Coronado Island,


klettern durch Old Town





und besuchen die Militär-Ruhestätten auf Point Loma.






Nun geht die Fahrt ins schöne La Jolla, wo ich mich früher mit einigen anderen Au-Pairs und Freunden im "Pannikin" getroffen habe. Und siehe da, das sieht immer noch so aus wie vor 28 Jahren. Irgendwie unglaublich! Es scheint wie wenn auch immer noch die selben Leute dort ein und aus gehen würden, grins! 


In La Jolla tummeln sich viele Seelöwen und denen können wir stundenlang zuschauen.








Wir besuchen die Höhlen und marschieren der Küste entlang. Djulien's Uhr zählt an diesen Tagen oft mehr als 20'000 Schritte. 










Ich bin immer wieder platt wie wenig sich verändert hat. Es ist noch genauso wunderschön wie ich es in Erinnerung hatte. 




Wir besuchen den Torrey Pines National Park









und plantschen im Meer.





Nun wird's immer spannender. 


In Encinitas gibt es das zweite Pannikin, welches ebenfalls noch genaus aussieht wie vor 28 Jahren. Hier hab ich so einige Blueberry Scones vertilgt - und diese werden nach wie vor jeden Tag frisch gebacken! 



Mein Lieblingsstrand befindet sich hier in Encinitas - die kleine aber feine Moonlight Beach wo man oft Delphine beobachten kann!






Und nun nähern wir uns meinem damaligen Wohnort.


Wir fahren von der Küstenstrasse weg, die Costa Avenue entlang und ich seh mich wieder, wie ich damals diese Strasse, mit dem kleinen gelben Langenscheidt Wörterbuch in der Hand, so oft hoch zum Haus gelaufen bin. Ich finde "meine" Strasse ohne Probleme wieder - Solano Street und erkenne alles wieder. Und ich weiss, ich wiederhole mich, aber auch das Haus sieht noch genauso aus wie im Jahre 1990! 


Irgendwie erscheckend! Nur die Gastfamilie, die ist schon kurz nach meinem Aufenthalt nach Seattle umgezogen und wir haben den Kontakt verloren. 

Etwas was es damals in Carlsbad noch nicht gegeben hat ist:


Das Legoland!!! 

Wir treffen auf die Familie Till, die ebenfalls aus Chatham angereist ist und wir während der Woche hin und wieder treffen. 















Carlsbad ist von all diesen Ortschaften mein Lieblingsort gebliebe Es ist nach wie vor einfach toll hier!











Vor unserem Rückflug besuchen wir endlich noch die Innenstadt von San Diego, das Gaslamp Quartier und


das schöne Einkaufszentrum Horton Plaza, das zu meinem erstaunen fast zu 2/3 leer steht!


Wir besuchen den Flugzeugträger USS Midway












wo Djulien eine Schnitzeljagt machen kann und schliesslich zum Marine gekürt wird. 









Wir marschieren unsere Kilometer am Hafen entlang. 










Wir haben viel gesehen und eine tolle Woche verbracht!




Und nun heisst's auch für uns wieder: Arbeiten! Bis bald! 



















Sonntag, 25. März 2018

Erneute Schneesturmwarnung

Nach dem höllischen Schneesturm vor 2 Wochen meldet sich auf Mittwoch ein weiterer "Northeastern" (so nennen sie den) an. Diesmal kann ich die Panik das erste Mal verstehen, hatten doch einige über ettliche Tage keinen Strom und die Aufräumarbeiten sind noch so ganz und gar nicht abgeschlossen. 

Der Mittwoch Morgen kommt und siehe da, kein Neuschnee, die Schulen bleiben allerdings geschlossen.


Ich setze mich vor den Fernseher, zäppe durch mehrere Wettervorhersagen und beschliesse dann, Djulien wieder mal mit zur Arbeit zu nehmen.



Inzwischen ist er sich daran gewöhnt und kriegt von meiner Mitarbeiterin sogar Stofftierchen geschenkt. 

Der grosse Sturm bleibt aus. Es schneit zwar später am Nachmittag und wir kriegen weitere 10cm Schnee, der allerdings schnell weggetragen ist. 

Djulien wird hier auf frischer Tat ertappt, wie er Cara terrorisiert!


Die Schulen in New Jersey kriegen 4 Schneetage pro Jahr, 7 hatten sie bereits! Am Donnerstag kriegen wir einen neuen Schulkalender. Die Frühlingsferien sind von 5 Ferientage (2.-6. April) auf 2 geschrumpft. Sie müssen von Mittwoch bis Freitag die verlorenen Schneetage nachholen! 

Ein Vorteil hat die anhaltende Winterkälte. Ich hocke wie eine verrückte, wann immer es geht an der Nähmaschine und hab nun so einige Stöffchen aus meinem Lager abbauen können. Denn das ist mein grosses Ziel. Es sind einige Mädchenkleidchen für den Laden entstanden.






Jetzt sind wir mehr als bereit für den Frühling und hoffen darauf, dass diese Kleidchen bald gekauft und getragen werden können!



Eine schöne Woche wünschen wir Euch!




Sonntag, 11. März 2018

Schneesturm

Am Sonntag reist Cédric nach Cincinnati mit der Idee, am Mittwoch Abend zurück zu fliegen. 

Schon am Montag werden viele nervös. Genau auf diesen Mittwoch wird ein Schneesturm vorausgesagt und die Läden werden leer gekauft. Der Dienstag kommt, die Wetterfrösche sprechen von 20-40cm Schnee, ich warne Cédric schon einmal vor, dass er wahrscheinlich nicht nach Hause fliegen kann. 

Am Dienstag Abend wird die Schule für Mittwoch annulliert! Wir machen uns wieder einmal auf das Schlimmste gefasst. 

Der Mittwoch kommt, wir erwarten die weisse Pracht bereits anzutreffen. Nichts, es regnet  mit wenigen Schneeflocken. Meine Arbeitskolleginnen teilen mir mit, dass sie nicht zur Arbeit fahren und ich hab nur noch Fragen! Es regnet!? Das Büro bleibt geschlossen? Ok, auch gut, freiwillig will ich nicht die Einzige sein und beschliesse auch zu Hause zu bleiben. 

Djulien und ich verbringen den Morgen im Pyjama.



Auch zur Mittagszeit fällt praktisch nur Regen und anhand dieser Vorhersage wurden Schulen, Geschäfte und Läden geschlossen, während draussen in Wahrheit nichts passiert! 

Es ist 13:30 Uhr und Cédric schreibt mir, dass sein Flug annulliert wurde. Hm, interessant, da ist doch gar kein Schnee!!!

Es sind keine 15 Minuten später als es wirklich zu schneien beginnt. Und es schneit und schneit und schneit! 






Innert kürze liegen 20cm Schnee und während ich mit Djulien und Cara ein sehr gutes Schnee-Schaufel-Team habe, fahren unsere offiziellen Leute zum Aufräumen vor. Ich fahre den Jeep aus der Einfahrt auf die Strasse und während ich das Auto vom Schnee befreie höre ich immer wieder knirschende und knarrende Geräusche von Richtung unseres Nachbarn. 
Schnell sind die Aufräumarbeiten getan und die Crew bittet mich das Auto weit hinunter vor den Wohnwagen zu stellen, so dass sie, wenn der Schneefall stopt, einfach mit dem Truck reinfahren und nochmals aufräumen können. 

Es schneit und schneit und als ich das nächste Mal auf die Strasse schaue, staune ich nicht schlecht als ich das sehe:


Ein Baum ist über die zwei Autos unserer Nachbarn gefallen. Oh je! Von da hinten hab ich doch vorher das Knarren gehört! 

Einige unserer Freunde schreiben mir wie überall Äste und Bäume gefallen sind, Stromkasten explodieren und Strassen geschlossen werden.
Wir erhalten einen Anruf, dass wir die Häuser nicht mehr verlassen dürfen weil die Kabel gefährlich herum hängen und nach wie vor Bäume und Äste fallen. Es ist beängstigend und das erste Mal bette ich Djulien am Abend neben mich in Cédric's Bett. Was wenn der Baum hinter dem Haus auf Djulien's Schlafzimmer fällt!!!! 

Um 21:00 Uhr hört der Schneefall endlich auf, wir sind total eingeschneit! 

Winterwonderland! Es liegen über 50cm Schnee und am Donnerstag bleiben die Schulen erneut geschlossen. 



Doch ich muss zur Arbeit. Und wo sind denn jetzt unsere Schneepflüger? Zu unserer Einfahrt türmt sich eine 1.50m hohe Schneewand und bis zum Auto hinunter zum Wohnwagen sind es so einige Meter! 

Die Djulien und ich schaufeln und schaufeln und schaufeln. 



Jetzt sieht man besser, was der gefallene Baum wirklich unter sich vergraben hat.





Da alle Freunde mit Schneegestöber-Aufräumarbeiten und Stromausfall beschäftigt sind, nehm ich Djulien kurzerhand mit zur Arbeit! Auf dem Weg nach Florham Park wird uns bewusst wie fest viele vom Sturm betroffen sind. Überall liegen Äste, Kabel hängen hinunter und einige haben einen Streifen in den Ashalt gebrannt. Wir erfahren von einer Familie in Madison die einen Baum im Schlafzimmer hat und bei anderen hat sich ein fallender Ast durch das Dach ins Badezimmer gebohrt. In Chatham sind fast 2000 Familien ohne Strom. Wir hatten wieder einmal grosses Glück!



Während Djulien an unserem Kaffeetischchen herum hängt, versuchen wir nachzuholen, was am Mittwoch alles liegen geblieben ist. 

Alles wieder unter "Bürokontrolle" geht's endlich hinaus zum Schlitteln.







Inzwischen hat es auch Cédric wieder nach Hause geschafft. 

Es kommt Freitag und die Schulen sind alle bis auf eine nach wie vor ohne Strom. Die Kinder bleiben zu Hause. Wir erhalten tägliche Up-dates über die Lage. Samstag Abend sind noch 750 Haushalte ohne Strom. In Kirchen und der Bibliothek kann man sich aufwärmen und aufhalten... 

Den vielen Schnee wollen wir am Wochenende richtig gut ausnützen und wir fahren nach Camelback Mountain in Pennsilvanya. Auffallend allerdings: Hier hat es nur einen Bruchteil von dem geschneit von was wir in Chatham abbekommen haben!





Es wird ein weiterer Sturm auf Montag oder Dienstag vorausgesagt. Hoffentlich ist bis dann Chatham wieder soweit hergestellt, dass alle im Warmen sitzen. Eigentlich haben alle genug! Erst recht, weil wir von Samstag auf Sonntag bereits wieder auf Sommerzeit umgestellt haben!